MO 15. Juni – 14. Juli 2024

Künstlergespräch
Samstag, den 06.07.2024 um 11:00 Uhr

Tanzbilder und Portraits
Ausstellung: Bettina Mauel und Harald Stadler
Schloss Waldshut-Tiengen

Die Sommerausstellung zeigt Tanzbilder von Bettina Mauel aus Köln und Porträts in verschiedenen Drucktechniken von Harald Stadler aus München. Mit Leidenschaft – con passione – setzen sich beide Künstler mit Musik, Bewegung und Rhythmus auseinander, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise.

ERÖFFNUNG:
Samstag, den 15.06.2024 um 17:00 Uhr
Freunde Schloss Tiengen e.V.
Es spricht Adelheid Pohl.

AUSSTELLUNGSORT:
Schwarzenbergsäle im Schloss Tiengen, Schlossplatz 2
79761 Waldshut Tiengen

ÖFFNUNGSZEITEN: 
Mi + Sa 15-18 Uhr, So 11-17 Uhr

Bettina Mauels Bildthemen haben alle mit Bewegung zu tun, ob Natur, Licht, Porträt oder vor allem der Tanz. So auch in den ausgestellten Werken aus der Serie Tanzrausch, in der sie sich intensiv mit der Körpersprache des Tanztheaters der Choreographin Pina Bausch auseinandersetzt. Schon früh entdeckte die geborene Wuppertalerin das Tanztheater Bauschs als Inspirationsquelle für sich. Sie war als junge Künstlerin bei Proben dabei und hat die Kompanie eng begleitet. Dabei hat sie sich in die Tanzsprache der Kompanie eingelesen und diese in ihre Bilder übersetzt. Ihre sprechenden Titel wie flying robes, on fire oder moving bodies transportieren die Energie und Dynamik ihrer Arbeiten.

con passione

Ausstellung con Passione im Schloss Waldshut Tiengen

HEIMKEHR INS FEUER – Ausstellung in der Basilika St. Laurentius

Es gibt Künstlerinnen, deren Werk sich nicht in Galerien erschöpft – es sucht sich Räume, die seiner Schwere gewachsen sind. Bettina Mauel ist eine solche Künstlerin, und ihre Installation „Kunst im Dialog mit der Apokalypse“ hat sich ihre Bühnen verdient: eine Saarbrücker Johanneskirche, eine bergische Galerie, die Münsteraner Liebfrauen-Überwasserkirche.

Ab dem 7. Mai 2026 gastiert das Werk in Wuppertal – in der Basilika St. Laurentius. Eine Rückkehr in die Heimatstadt. 
Der Eintritt ist frei.
Zwölf großformatige Leinwände, insgesamt rund 20 Meter lang: Was da durch Kirchenschiffe zieht, ist kein stilles Bildprogramm, sondern ein Sturm aus Farbe. Oel und Tusche, breite Pinsel und feine Rakelspuren – Mauel arbeitet intuitiv, und das sieht man.
Die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft sind nicht illustriert, sie sind gemalt: mit Dringlichkeit, mit Wucht, und doch mit einer Luzidität, die den Blick nicht lässt.

Der Begriff Apokalypse war für Mauel lange gleichbedeutend mit Untergang. Im jahrelangen Arbeitsprozess hat sie ihn neu besetzt:
Apokalypse als Offenbarung, als Riss in der Gewissheit – dahinter schimmert etwas Unbekanntes, noch nicht Benennbares. Ihre Gemälde zeigen diese Schwellenerfahrung: das Ende der alten Form, die Ahnung des Neuen.
Das Bergische Land kennt Mauel aus ihrer Kindheit, und Wuppertal hat sie geprägt – als Stadt der Schwebebahn, der Wupper und des Tanztheaters. Dass Pina Bausch hier dasselbe tat, was Mauel in der Malerei sucht – das Unaussprechliche ins Körperliche übersetzen – ist keine Zufälligkeit der Biographie, sondern eine Wahlverwandtschaft
im Geiste. Nicht zufällig wurden Mauels Bildwelten als Bühnenkulisse für das Jugendtanztheater i-Move des Saarländischen Staatstheaters genutzt.
Die Basilika St. Laurentius bietet der Arbeit nun einen Raum, der Stille und Resonanz gleichermaßen kennt. Ein guter Ort, um sich
hineinzustellen in diesen Dialog – und zu schauen, wo man steht:
zwischen den Elementen, zwischen Untergang und Aufbruch.